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  Unternehmensplanspiele

Inhalt

  • Bedeutung und Zweck von Planspielen im Managementtraining
  • Ursprung und Entwicklung der Planspielmethode
  • Unternehmensplanspiele ARTARIS und MERCARIS
  • Führungsplanspiele SOLARIS und CREARIS (Link)

 

Bedeutung Zweck von Planspielen

Planspiele gehören zu den effizientesten Lernmethoden, weil die meisten Menschen durch „Hand anlegen“, Ausprobieren und Praktizieren wesentlich schneller lernen als durch Vermittlung von Theorien. Beispielsweise kann es für einen Fußballspieler hilfreich sein zu wissen, wie man die Flugbahn des Balls berechnet; seine tatsächliche Spielstärke wird er aber nur durch die Praxis verbessern. Das Gleiche gilt für die Entwicklung der meisten anderen Fähigkeiten. Deswegen haben Planspiele bei der Qualifizierung von Managementkompetenzen die gleiche Funktion wie ein Flugsimulator bei der Pilotenausbildung. Nach verschiedenen Schätzungen setzen fast alle renommierten Business Schools und Fortune 500 Unternehmen Planspiele bei der Entwicklung von Managementkompetenzen ein.

 

Bedeutung von Unternehmensplanspielen 

 

Abbildung: Planspiele sind wie ein Flugsimulator

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Ursprung und Entwicklung der Planspielmethode

Ursprung der Unternehmensplanspiele: Das erste haptische Planspiel wurde von G. R. Andlinger, einem Mitarbeiter von McKinsey, entwickelt und im Jahr 1958 in der Harvard Business Review veröffentlicht („Buseiness Management Game“). Etwa zur gleichen Zeit hat die American Management Association die „Top Management Decision Simulation“ entworfen. Eine Variante davon ist "Apples and Oranges" von Celemi. Den Durchbruch brachte das „Beer Game“ des MIT (Massachusetts Institute of Technology) Anfang der 1970er Jahre. Damit wollte die Gruppe um Jay Forrester (Club of Rome) das Verhalten komplexer Systeme (Weltmodelle, die heutigen Klimamodelle) verständlich machen. Das von Ravensburger als Konkurrenzprodukt zu Monopoly gedachte Planspiel „Playboss“ hat sich dagegen weder in der Unterhaltung noch im Managementtraining durchgesetzt. Weitere Informationen mit Quellenangaben und Hinweisen zu elektronischen Planspielen befindet sich her: Link zu Wikipedia.

 

Erfahrung mit Planspielen: An unserer Professur experimentieren und entwickeln wir seit mehr als fünfzehn Jahren verschiedene Varianten von Unternehmens- und Führungsplanspielen zum Training von Führungs- und Managementkompetenzen. Erste Erfahrungen konnte ich während meiner Tätigkeit am Lehrstuhl für Hochschuldidaktik der Wirtschaftswissenschaften der Universität Frankfurt (Professor Ritter) Ende der 1970er Jahre und später als Leiter der Managemententwicklung eines internationalen Chemie- und Pharmaunternehmens sammeln.

 

Weiterentwicklung von Unternehmensplanspielen: In einem Forschungsprojekt haben wir an der Professur für Internationales Management und Marketing die fachliche und didaktische Qualität verschiedener Planspiele kritisch verglichen. Ein Ergebnis war, dass haptische Planspiele (Board Game Simulations) den elektronischen Varianten hinsichtlich Lernerfolg und Flexibilität (Praxisbezug) deutlich überlegen waren. Leider konnten die meisten am Markt vorhandenen haptischen Planspiele nicht die Anforderungen erfüllen, die wir in unserem Executive-MBA benötigt haben (Management- und Führungskompetenzen). Deswegen haben wir zwei neue General-Management-Planspiele (ARTARIS und MERCARIS) sowie die Führungsplanspiele SOLARIS und CREARIS in verschiedenen Sprachen und Schwierigkeitsgraden entwickelt.

 

Fazit: Planspiele - ob Unternehmens- oder Führungsplanspiele sind äußerst effiziente "Transportmittel" - aber keine Ersatz - für Inhalte. Sie sollen die Entwicklung von Führungs- und Managementkompetenzen fördern. Der unterhaltsame Aspekt ist nicht Zweck, sondern "Verstärker" des Lernprozesses. 


Unternehmensplanspiel_Team

 

Abbildung: Teilnehmer an einem Unternehmensplanspiel

 

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Unternehmensplanspiel ARTARIS

  (Simulation eines Industrieunternehmens in verschiedenen Schwierigkeitsgraden)

Konzeption
Die Teilnehmer lernen, wie ein Unternehmen als Ganzes funktioniert und worauf es ankommt, damit es im Wettbewerb erfolgreich bestehen kann. Sie treffen strategische und operative unternehmerische Entscheidungen, analysieren die wirtschaftlichen Konsequenzen ihrer Aktionen und versuchen, die Geschäftsprozesse und ihr Entscheidungsverhalten zu optimieren. In diesem Planspiel können die Teilnehmer das neu erworbene betriebswirtschaftliche Wissen und einige Managementkompetenzen genauso einüben, wie der Pilot seine Fähigkeiten im Flugsimulator trainiert. Die Aufgabe besteht darin, zwei bis drei Produkte auf drei bis vier Märkten unter Anwendung verschiedener Technologien in einem turbulenten Umfeld erfolgreich zu managen.


Inhalte

  • Wie entstehen markt-, kunden- und wettbewerbsorientierte Ziele?
  • Was sind grundlegende "Messgrößen" wie Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Liquidität, und welche Bedeutung haben diese Kennzahlen?
  • Welche Auswirkungen haben unternehmerische Entscheidungen auf die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und auf die Liquidität?
  • Was ist Wertschöpfung, und wie funktioniert das Zusammenspiel wichtiger betrieblicher Prozesse wie zum Beispiel Beschaffung, Produktion, Verkauf und Finanzierung?
  • Wie entwickelt, implementiert und lebt man eine Strategie bei sich rasch verändernden wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen?
  • Wie erkennt und nutzt man unternehmerische Chancen im turbulenten Marktgeschehen?

Ablauf
Bei diesem Planspiel übernimmt jeweils ein Team die Verantwortung für den Geschäftserfolg seines Unternehmens. Dieses steht im harten Wettbewerb mit den anderen Teams. Das Besondere an dieser haptischen Simulation besteht darin, dass die Geschäftsprozesse auf einem „Spielbrett“ nachgebildet sind und dadurch im wörtlichen Sinne besser begriffen werden können. Das führt zur starken Aktivierung mit einem raschen und nachhaltigen Verstehen (Erleben) von Geschäftsprozessen und unternehmerischen Entscheidungen. Durch diese Visualisierung, den hohen Leistungsdruck im Wettbewerb und die Notwendigkeit zur effizienten Teamarbeit kommt es in der Regel zu einem starken Engagement der Teams. Somit können die Teilnehmer die Grundbegriffe der Betriebswirtschaft und den Gesamtzusammenhang besser nachvollziehen sowie intensiver verstehen und erleben.

 

Fazit

Dieses Unternehmensplanspiel ist äußerst effizient und anderen Lernmethoden im Hinblick auf den Lernerfolg und den Praxisbezug weit überlegen. Das "Spielbrett" des Unternehmensplanspiels ARTARIS (einfache Variante) sieht wie folgt aus:



Unternehmensplanspiel ARTARIS

 

Abbildung: "Spielbrett" des Unternehmensplanspiels ARTARIS

 

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Unternehmensplanspiel MERCARIS

  (Simulation eines Handelsunternehmens in verschiedenen Schwierigkeitsgraden)

Konzeption
Das Unternehmensplanspiel MERCARIS trainiert betriebswirtschaftliches Knowhow und die unternehmerische Denkweise im Handel. Simuliert wird ein Geschäftsmodell, wie es von den erfolgreichsten Handelsunternehmen praktiziert wird. Die Teilnehmer können das erworbene Wissen direkt einüben – so wie ein Pilot seine Fähigkeiten im Flugsimulator trainiert. Jedes Team übernimmt die Leitung eines Unternehmens und ist gefordert, unternehmerische Entscheidungen zu treffen, die wirtschaftlichen Konsequenzen seiner Aktionen zu analysieren und die Geschäftsprozesse zu optimieren. Die Teilnehmer sind einem hohen Leistungsdruck ausgesetzt und werden zu Teamarbeit und innovativem Verhalten angeregt. Diese Art der Wissensvermittlung steigert den Praxisbezug und den Lernerfolg und macht nicht zuletzt auch Spaß!


Inhalte (je nach Vorkenntnissen)

  • Was ist Wertschöpfung, und wie funktioniert das Zusammenspiel wichtiger betrieblicher Prozesse wie zum Beispiel Beschaffung, Logistik, Verkauf und Finanzierung?
  • Wie entwickelt, implementiert und lebt man eine Strategie bei sich rasch verändernden wirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen?
  • Wie entstehen markt-, kunden- und wettbewerbsorientierte Ziele?
  • Was kann man von den am besten geführten Unternehmen lernen?
  • Was sind grundlegende „Messgrößen“ wie Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Liquidität, und welche Bedeutung haben diese Kennzahlen?
  • Welche Auswirkungen haben unternehmerische Entscheidungen auf die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und auf die Liquidität?
  • Wie erkennt und nutzt man unternehmerische Chancen im turbulenten Geschehen am Markt.

Aufgabe/Ablauf
In diesem Unternehmensplanspiel kaufen die Kunden eine bestimmte Menge an Waren (vier Warengruppen) zu bestimmten Preisen, die allerdings in gewissen Grenzen schwanken. Diese Veränderungen sind durch saisonale Einflüsse, Aktionen des Wettbewerbs, Modetrends etc. bedingt. Die Geschäftsführung muss dafür sorgen, dass durch eine optimale Kombination von Prozessen und die Investition in verschiedene Logistikzentren der reibungslose Warenfluss sichergestellt ist. Hinzu kommt der Einkauf. Hier kommt es darauf an, die „richtigen“ Produktgruppen auf den „richtigen“ Märkten zum „richtigen“ Zeitpunkt zu den günstigsten Konditionen einzukaufen.

 

Welche Beschaffungsmärkte und Produktgruppen am attraktivsten sind, hängt auch vom Verhalten der Konkurrenz ab. Mit anderen Worten: Auch in diesem Unternehmensplanspiel ist das unternehmerische Erkennen und Nutzen von Chancen entscheidend für den Erfolg. Sind die Waren einmal bestellt, kommt es darauf an, die „richtige“ Logistikkapazität zum „richtigen“ Zeitpunkt zu vertretbaren Kosten vorzuhalten. Ferner ist darauf zu achten, dass die Waren in den Regalen nicht verderben und dass die Regalkapazität ausgelastet ist. Parallel dazu ist der Geldkreislauf zu planen und zu steuern. Liquiditätsengpässe und –überschüsse haben ähnlich negative Folgen wie beim Warenkreislauf. Wie die Planung und Steuerung dieser Kreisläufe gelingt, stellt jedes Team spätestens am Ende des Jahres fest, wenn die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung erstellt und die daraus resultierenden Erfolgskennzahlen ermittelt werden. Eines der "Spielbretter" des Unternehmensplanspiels MERCARIS sieht so aus:


"Spielbrett" Unternehmensplanspiel MERCARIS (Handels-Planspiel)

Abbildung: Spielbrett des General Management Planspiels für den Handel


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Führungsplanspiele SOLARIS und CREARIS

    

Nähere Informationen und Beschreibung dieser Planspiele zur Förderung der Führungskompetenz befinden sich hier: http://www.führungsplanspiel.de/



Pelz_UnternehmensplanspielProf. Dr. Waldemar Pelz, Internationales Management und Marketing, Technische Hochschule Mittelhessen.

Angewandte Forschung und Entwicklung sowie Technologietransfer am Institut für Management-Innovation (Steinbeis-Transferzentrum)

E-Mail: w.pelz@w.thm.de